Gemeinwohl-Bilanz
Methoden
Wirkung zertifizieren
Von: Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e. V.
Anwender:innen des Tools: Unternehmen / Organisation
Anwendbarkeit: International
Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein innovatives, nachhaltiges Wirtschaftsmodell mit dem Ziel einer ethischen Wirtschaftskultur. Es werden verschiedenste Aspekte in den fünf Bereichen Menschenwürde, ökologische Verantwortung, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz abgefragt. Es wird ein Score entwickelt, der mit anderen Organisationen oder der eigenen Entwicklung verglichen werden kann.
Evaluierung des Tools
Entwicklungsphase
Reifephase, Wachstumsphase und Skalierungsphase
Ziel
Ziel der Gemeinwohlbilanz ist es, den Beitrag einer Organisation zum Gemeinwohl systematisch sichtbar und bewertbar zu machen. Sie soll wirtschaftliches Handeln konsequent an sozialen, ökologischen und ethischen Prinzipien ausrichten und dessen Wirkung nachvollziehbar dokumentieren. Nach außen schafft sie Transparenz gegenüber relevanten Anspruchsgruppen, nach innen dient sie als Analyse- und Orientierungsinstrument, das Entwicklungspotenziale aufzeigt und zur Weiterentwicklung der Organisation beiträgt.
Anwendbarkeit
Die Gemeinwohlbilanz ist unabhängig von Größe und Organisationsform auf unterschiedliche Organisationstypen anwendbar. Sie lässt sich flexibel an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen und greift zentrale Aspekte gängiger CSR-Standards auf.
Komplexität
Die Komplexität der Gemeinwohlbilanz hängt von der Größe und Struktur der Organisation ab. Die systemische Herangehensweise erzeugt dabei eine entsprechend komplexen Prozess, welche mit einer strukturierten Vorgehensweise gut begegnet werden kann. Mit zunehmender Organisationsgröße steigen in der Regel auch Umfang und Aufwand der Bearbeitung. Für kleinere Organisationen kann der Einstieg durch den Austausch mit anderen Organisationen erleichtert werden.
Kosten
Die Prüfung der Gemeinwohlbilanz ist kostenpflichtig, wobei die Kosten in Abhängigkeit von Größe und Struktur der Organisation variieren.
Zeithorizont
Die Gemeinwohlbilanz eignet sich vor allem für Organisationen, die bereits über stabile Strukturen und eingespielte Prozesse verfügen. In sehr frühen Gründungs- oder Aufbauphasen ist ihr Einsatz meist noch nicht sinnvoll, da häufig die notwendigen Grundlagen für eine fundierte Bewertung fehlen. Bei regelmäßiger Anwendung, lassen sich Entwicklungen und Fortschritte im Zeitverlauf systematisch nachvollziehen.
Alltagsnutzung
Die Gemeinwohlbilanz kann interne Entwicklungspotenziale, Verbesserungsmaßnahmen und relevante Kennzahlen sichtbar machen und damit strategische Entscheidungen unterstützen. Im Alltag dient sie vor allem als Orientierung und Reflexion und weniger als unmittelbares operatives Steuerungsinstrument. Ihr Nutzen entsteht insbesondere durch die kontinuierliche Verankerung der zugrunde liegenden Werte in der Organisation. Gleichzeitig bietet die GWÖ-Bilanz den Vorteil, dass sie auch als Bericht veröffentlicht werden kann und somit neben der internen Orientierung auch für die externe Kommunikation genutzt werden kann.
Aussagekraft
Die Gemeinwohlbilanz bewertet, inwieweit eine Organisation ihre Unternehmensführung am Gemeinwohl ausrichtet und wie sie mit verschiedenen Interessengruppen umgeht. Die Ergebnisse werden extern geprüft und veröffentlicht, wodurch die Gemeinwohlorientierung transparent und nachvollziehbar wird. Die Prüfung basiert jedoch überwiegend auf Selbsteinschätzungen der Organisation und nicht auf objektiven Kennzahlen. Die Gemeinwohlbilanz liefert keine Aussage über die tatsächliche gesellschaftliche Wirkung einer Organisation.
Bezug zu anderen Konzepten
Die Gemeinwohlbilanz beschreibt das unternehmerische Handeln einer Organisation und unterzieht es zugleich einer systematischen Bewertung. Während viele Standards primär Transparenz schaffen, bewertet die GWÖ-Bilanz zusätzlich die Qualität und Ausrichtung der Organisation anhand definierter Kriterien. Im Unterschied zu wirkungsorientierten Instrumenten steht dabei nicht die erzielte Wirkung im Mittelpunkt, sondern die Art und Weise, wie eine Organisation wirtschaftet.