IOOI-Methode
Methoden
Wirkung messen
Wirkung planen
Wirkung steuern
Von: Keine konkrete Organisation
Anwender:innen des Tools: Intermediäre, Unternehmen / Organisation
Anwendbarkeit: International
Die IOOI-Methode ist ein weit verbreitetes Rahmenwerk zur Planung, Steuerung und Evaluation der Wirkungsweise einer Organisation oder eines Vorhabens. Die Abkürzung steht für: Input, Output, Outcome, Impact.
- Input: Ressourcen und Aktivitäten, die in ein Projekt investiert werden, wie Geld, Personal und Infrastruktur.
- Output: Unmittelbare Ergebnisse und Produkte der Aktivitäten, die durch die Inputs entstanden sind.
- Outcome: Veränderungen auf der Ebene der Zielgruppe, wie beispielsweise Wissensgewinn, Verhaltensänderungen oder verbesserte Fähigkeiten.
- Impact: Langfristige gesellschaftliche Veränderungen, die durch das Projekt initiiert wurden.
Die IOOI-Methode stellt ein logisches Modell zur Erarbeitung der Wirkungslogik dar. Sie bietet eine strukturierte Herangehensweise, um die Wirkungen von Initiativen zu verstehen und zu verbessern. Sie wird in verschiedenen Sektoren und Kontexten weltweit genutzt, insbesondere in den Bereichen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, gemeinnützigen Arbeit, Evaluationsforschung und Programmplanung.
Organisationen, Forschungseinrichtungen und Projekte können die IOOI-Methode anpassen und anwenden, um ihre spezifischen Ziele und Wirkungen besser zu verstehen. Daher ist sie in vielen unterschiedlichen Regionen und Kontexten ein flexibles Instrument.
Beispiel für eine IOOI-Logik:
Input: Ein Weiterbildungsprogramm zu nachhaltigen Berufsfeldern für junge erwerbslose Erwachsene erhält finanzielle Unterstützung von einer gemeinnützigen Organisation und freiwillige Lehrkräfte engagieren sich ehrenamtlich.
Output: Im Rahmen des Vorhabens werden tägliche Kurse und monatliche Workshops zu verschiedenen theoretischen und praktischen Inhalten zu nachhaltigen Berufsfeldern durchgeführt, beispielsweise zum Kenntniserwerb über Montage und Wartung von Solaranlagen.
Outcome: Die jungen Erwachsenen verbessern ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse zu den relevanten Themen, entwickeln ein gesteigertes Interesse an nachhaltigen Berufsfeldern und erlangen mehr Selbstvertrauen.
Impact: Mögliche Impacts umfassen die erhöhten Beschäftigungsquoten der Teilnehmenden in nachhaltigen Berufsfeldern, den Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigeren Wirtschaft und Gesellschaft, die Reduzierung der Arbeitslosenquote bei jungen Erwachsenen und den positiven Einfluss auf ökologische und soziale Aspekte in der Gemeinschaft.
Beispiel aus dem Praxishandbuch “Wirkung & Wirkungsmessung Sozialer Innovationen” (IMV-Lab)
Das sagen die Expert:innen
“Sinnvolles Tool für Einsteiger:innen: Die IOOI-Logik (siehe z.B. Ebrahim & Rangan, 2014) vereinfacht Wirkungszusammenhänge und ist gerade dadurch ehrlich, da das Modell nicht vorgibt, die komplexe Praxis vollständig abzubilden. Es bleibt ein simplifizierendes Modell – und fordert dazu auf, die zugrunde liegende Logik um die vielfältige Realität von Organisationen zu ergänzen.”
(Amyn Vogel & Felizia von Schweinitz, Impact Measurement and Valuation Lab (IMV-Lab))
Evaluierung des Tools
Entwicklungsphase
Ideenphase, Gründungsphase, Reifephase, Wachstumsphase und Skalierungsphase
Ziel
Die IOOI-Methode ermöglicht eine systematische Unterscheidung und klare Abgrenzung zwischen der tatsächlichen gesellschaftlichen Effekte im Vergleich zu den unmittelbaren Projektaktivitäten.
Eine strategischere und effektivere Planung des Projekts wird dadurch ermöglicht und die Priorisierung von Aufgaben gezielt an den gewünschten Wirkungszielen ausgerichtet. Zusätzlich vereinfacht die Zuordnung zu den 4 Stufen die interne als auch externe Kommunikation der Projektergebnisse und schafft eine solide Grundlage für eine detaillierte und aussagekräftige Wirkungsanalyse.
Anwendbarkeit
Die IOOI-Methode ermöglicht einen einfachen Einstieg in die Wirkungsmessung. Da keine speziellen technischen Kenntnisse oder organisatorischen Strukturen vorausgesetzt werden, kann das Tool direkt angewendet werden.
Die IOOI-Methode enthält kein festgelegtes Set an Indikatoren, was zu einer hohen Flexibilität bei der Anpassung an die individuellen Bedürfnisse führt. Für den Anfang kann dies eine Herausforderung darstellen, der durch die Nutzung von Indikatoren aus anderen Tools begegnet werden kann.
Komplexität
Der Erarbeitungsprozess ist durch 4 klar voneinander abgegrenzte Stufen (Input, Output, Outcome und Impact) sehr übersichtlich und systematisch strukturiert, was eine methodische Herangehensweise erleichtert und die Nachvollziehbarkeit erhöht.
Die individuelle Ermittlung der relevanten Indikatoren macht diesen Teil des Prozesses zeitaufwändiger und erfordert sorgfältige Überlegungen. Es besteht die Gefahr der Verzerrungen (bias), wenn wichtige Faktoren übersehen oder in ihrer Bedeutung unterschätzt werden. Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der gewählten Indikatoren ist daher empfehlenswert.
Kosten
kostenlos
Zeithorizont
Die IOOI-Methode eignet sich besonders für den Einstieg in die systematische Erfassung und Analyse der Wirkung einer Organisation oder eines Projekts. Der niedrigschwellige Ansatz und die klare Struktur erleichtern den ersten Aufbau der Wirkungsmessung. Darüber hinaus ist die Methode für etablierte Organisationen wertvoll, um operative Aktivitäten regelmäßig zu überprüfen und laufende Projekte an strategische Ziele anzupassen.
Alltagsnutzung
Die aus der IOOI-Analyse gewonnenen Erkenntnisse können als wertvoller Leitfaden für die tägliche Arbeit dienen, indem sie einen klaren Rahmen für die Planung, Durchführung und Bewertung von Aktivitäten bieten. Die Integration der IOOI-”Brille” in Arbeitsabläufe und Dokumentationssysteme ist hierfür maßgeblich.
Aussagekraft
Die IOOI-Methode basiert primär auf intern erhobenen Daten und Selbsteinschätzungen. Die Validierung der Ergebnisse durch externe Quellen ist standardmäßig nicht vorgesehen. Um die Aussagekraft und Belastbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse zu überprüfen, müssen Organisationen eigenständig zusätzliche Validierungsschritte einleiten. Dies kann beispielsweise durch den Abgleich mit externen Benchmarks, die Einholung von Experteneinschätzungen oder den Vergleich mit ähnlichen Projektevaluationen erfolgen. Die Qualität der Wirkungsmessung hängt somit stark von der Initiative und Sorgfalt der durchführenden Organisation bei der Validierung ihrer Ergebnisse ab.
Bezug zu anderen Konzepten
Die Methode kann gut mit anderen Konzepten verbunden und erweitert werden. Geeignet sind hier besonders Konzepte mit festgelegten Indikatorensets.
Beispiele aus der Praxis


co2online gGmbH
Die co2online gGmbH verwendet das IOOI-Prinzip und die Wirkungstreppe nach Phineo, um ihre Wirkungslogik zu veranschaulichen. Durch den Einsatz einer innovativen Evaluierungs- und Bilanzierungsmethodik können die Effekte der Arbeit bewertet…