Ein Interview mit Lina Gorzinski (Mitgründerin & Vorstand der Initiative Wirkungsmanangement) geführt von Viola Stegmann (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V.).
Wie lässt sich gesellschaftliche Wirkung analysieren, steuern und nachhaltig verankern? Die Initiative Wirkungsmanagement (InWi) will diese Frage nicht nur beantworten, sondern praxisnah begleiten. Die Initiative wurde 2023 ins Leben gerufen. Wir sprechen mit der Keimzelle – den Gründungsmitgliedern – über die Hintergründe der Vereinsgründung, aktuelle Schwerpunkte und den Anspruch wirkungsorientierte Praxis in die Breite zu bringen.
Wer steckt hinter der Initiative Wirkungsmanagement und was ist eure Mission?
Wir sind eine diverse Gruppe aus der Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Beratung und Verwaltung mit einem gemeinsamen Ziel: die Verankerung wirkungsorientierten Denkens und Handelns in Organisationen und Förderstrukturen. Als InWi gestalten wir Austausch- und Lernformate, erarbeiten praxisnahe Materialien und fördern die Verständigung über Wirkungsverständnisse und Methoden. Dabei setzen wir auf Kollaboration, Offenheit und einen breiten, inklusiven Wirkungsbegriff. Unser Ziel ist es, Akteur:innen aus verschiedenen Bereichen handlungsfähig zu machen – um Wirkung besser zu verstehen, zu planen und gemeinsam zu entfalten.

Wie ist die Initiative ursprünglich entstanden?
Die Idee keimte zwischen Stefan Deines und Christian Werner aus dem Bedürfnis, bestehende Erfahrungen im Wirkungsmanagement zu bündeln und den Diskurs konstruktiv weiterzuentwickeln. Schnell wurde klar, dass viele Wirkungspraktiker:innen vor ähnlichen Fragen und Herausforderungen stehen. Was als informeller, häufig bilateraler Austausch begann, wurde schnell zu einer wachsenden Community. Über erste Treffen und Workshops entstand ein Raum, in dem Akteur:innen aus verschiedensten Sektoren ihre Perspektiven einbrachten. 2023 haben wir diesen Kreis verstetigt und die Initiative ins Leben gerufen – mit dem Anspruch eine langfristige Infrastruktur für Wirkungskompetenz zu schaffen.
Im letzten Jahr habt ihr euch auf den Weg gemacht, aus InWi einen Verein zu gründen. Warum habt ihr euch entschieden, einen Verein zu gründen?
Ein Verein gibt uns rechtliche Stabilität, ermöglicht Finanzierung und stärkt die gemeinsame Verantwortung für die Initiative. Vor allem aber war es ein logischer Schritt: Die wachsende Nachfrage nach Orientierung, Austausch und Material machte deutlich, dass es eine langfristige Struktur braucht. Als Verein können wir diese Aufgaben systematisch angehen und gleichzeitig offen und partizipativ bleiben. Die Gründung war ein Bekenntnis zur Wirkung als gemeinschaftliche Aufgabe.

Welche aktuellen Themen beschäftigen euch besonders?
Aktuell beschäftigt uns besonders, wie wir mit der Vielfalt an Wirkungsverständnissen konstruktiv umgehen können. Wirkungsmanagement sieht in der Praxis sehr unterschiedlich aus – je nach Zielgruppe, Maßnahme oder Organisation. Diese Pluralität verstehen wir als wertvolle Ressource, aus der wir gemeinsam lernen können. Gleichzeitig arbeiten wir daran, Standards und Verständnisse zu fördern, wo sie zur Orientierung und besseren Zusammenarbeit beitragen. Ein weiteres zentrales Thema sind unsere Austauschformate: Mit Wirkungs-Deep Dives, partizipativen Themenlaboren und Präsenztreffen schaffen wir Räume für gemeinsames Lernen und Weiterentwicklung. So stärken wir nicht nur fachlichen Austausch, sondern fördern auch Vertrauen und Kooperation im Feld. Außerdem bauen wir die interne Vereinsstruktur weiter auf, um nachhaltige Zusammenarbeit und Beteiligung zu fördern.
Was ist eure Vision für die Zukunft von InWi?
Wir möchten zu einem vertrauenswürdigen und lebendigen Netzwerk für Wirkungsmanagement im deutschsprachigen Raum werden. Unser Ziel ist, dass sich Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Forschung und Politik hier begegnen, voneinander lernen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Wirkung soll kein Expert:innenbegriff mehr sein, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil strategischen Handelns. Dafür wollen wir Wissen zugänglich machen, Menschen vernetzen und Räume für Entwicklung schaffen – offen, reflektiert und praxisnah. InWi soll wachsen – in Tiefe, Reichweite und Wirkung.

Was gebt ihr Organisationen mit auf den Weg, die sich mit Wirkung beschäftigen wollen?
Fangt an und bleibt offen. Wirkungsmanagement ist kein starres System, sondern ein iterativer Lernprozess. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern Lernprozesse zu initiieren und wirklich zu verstehen, wo die Schwächen, Stärken und Hebel der eigenen Maßnahmen liegen. Wir empfehlen, sich ehrlich mit der gesellschaftlichen Herausforderung und der eigenen Zielsetzung auseinanderzusetzen und das Thema in kleinen machbaren Schritten anzugehen. Sucht den Austausch mit anderen und nutzt vorhandene Materialien. InWi bietet hier erste Anknüpfungspunkte, ohne Dogmen oder Patentrezepte. Wirkung entsteht durch Haltung, nicht durch Excel-Tabellen. Wir möchten Mut machen, sich auf den Weg zu begeben.
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