Vom Einzelprojekt zum Ökosystem | Systemisch fördern und wirken

Gesellschaftliche Herausforderungen sind selten eindimensional – sie entstehen durch komplexe Wechselwirkungen zwischen Akteuren, Strukturen und Rahmenbedingungen. Systemisches Fördern bedeutet, diese Zusammenhänge bewusst zu gestalten: nicht nur einzelne Projekte zu finanzieren, sondern die Bedingungen zu verändern, unter denen Wirkung überhaupt entstehen kann.

In dieser Veranstaltung wird am Beispiel des „Regenerativen Kakaoanbaus in Ghana“ gezeigt, wie eine solche Haltung in der Praxis aussieht. Durch gemeinsame Analyse, Ko-Kreation und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven auf Augenhöhe entsteht ein Verständnis dafür, wie Organisationen, Unternehmen und öffentliche Akteure gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten können. Statt auf lineare Wirkungsketten zu setzen, wird Förderung hier als Prozess verstanden – mit Fokus auf Beziehungen, Lernschleifen und eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung.

Das verändert auch das Selbstverständnis und die Haltung des Förderers, der zum Kurator wird. Denn die letztendliche Aufgabe liegt darin, ein Ökosystem zu kuratieren und wünschenswerte Dynamiken zu ermöglichen, die für alle bessere Ergebnisse bewirken.

Die wichtigsten Erkenntnisse

1. Vom Projekt zur Systemperspektive
Systemisches Fördern bedeutet, nicht nur einzelne Aktivitäten zu finanzieren, sondern Beziehungen, Dynamiken und Abhängigkeiten im Feld zu verstehen und gezielt zu verändern.

2. Ko-Kreation als Ausgangspunkt
Im Dialog mit beteiligten Akteuren zu starten legt den Grundstein für gemeinsames Gestalten und Lernen.  Wenn Akteure schon in der Konzeptionsphase gemeinsam an einer Systemkarte arbeiten, entsteht ein geteiltes Verständnis von Ursachen, Zielen und Rollen. Dieses gemeinsame Bild ist die Basis für tragfähige Partnerschaften, realistische Programme – und für Vertrauen im weiteren Prozess.

3. Fokussierung nach der Breite
In frühen Phasen lohnt es sich, viele Perspektiven einzubeziehen – später braucht es klare Verantwortlichkeiten. Erfolgreiche systemische Projekte beginnen offen, und bündeln dann Energie und Entscheidungskompetenz in einem handlungsfähigen Kernteam.

4. Macht und Augenhöhe aktiv gestalten
 Systemisches Fördern funktioniert nur, wenn unterschiedliche Akteure – von Förderinstitutionen bis zu lokalen Organisationen – gleichberechtigt gehört werden. Das erfordert bewusste Facilitation, transparente Prozesse und die Bereitschaft, auch eigene Positionen zu hinterfragen.

5. Nicht alles muss perfekt sein
 Systemisches Fördern ist kein starres Konzept, sondern ein offener Prozess. Nicht alle Akteure steigen sofort ein, nicht alle Hebelpunkte lassen sich zugleich bearbeiten. Entscheidend ist, dort anzusetzen, wo Bereitschaft, Energie und Vertrauen vorhanden sind – und daraus Veränderung entstehen zu lassen.

Download: Enabling Inclusive System Innovation (Endeva)


Speaker:innen

  • Aline Menden

    Co-Founder & Managing Director

    Endeva
  • Christina Tewes-Gradl

    Co-Founder & Managing Director

    Endeva
  • Piera Waibel

    Head of International Partnerships & Member of the Executive Committee

    Biovision Foundation
  • Video

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