wilde-natur.org gGmbH

Wir sind die gemeinnützige Organisation wilde-natur.org und entwickeln mit flunaKI eine KI-gestützte Lösung für gesunde Flüsse. Herzstück ist die KI „Nala“, die offene Sensordaten aus Flüssen auswertet und in verständliche Warnungen und Handlungsempfehlungen übersetzt. Unser Ziel ist es, Fischsterben zu verhindern, Wassermanagement zu verbessern und Flüsse wieder in Beziehung mit den Menschen zu bringen.

  • Organisationsform

    gGmbH

  • Gründungsjahr

    2020

  • Themenfelder

    Umwelt- & Klimaschutz
  • Größe des Unternehmens / der Organisation

    Hauptamtlich: 2 Personen (Projektleitung / Geschäftsführung) Ehrenamtlich: ca. 5–10 Personen (Fachliche Unterstützung, Technik, Kommunikation, Netzwerk)

  • Zielgruppe

    Kommunen & Wasserverbände Angelvereine & Naturschutzakteure Bürger:innen & Ehrenamtliche Wissenschaft & Umweltbildung

  • Ort

    21785 Belum

  • Finanzierungsform/Förderung

    Das Projekt wird über Fördermittel von Umwelt- und Gewässerschutzstiftungen (z. B. Stiftung Gewässerschutz Niedersachsen, Stiftung Lebensraum Elbe), ergänzt durch Spenden und projektbezogene Kooperationen, finanziert.

  • Wirkungsraum

    Bundesweit
  • Wirkungsmanagement

  • Für uns bedeutet Wirkungsmessung und -management (IMM):

    Wirkungsmanagement verstehen wir als lernenden Prozess. Mit flunaKI messen wir ökologische Wirkung direkt über kontinuierliche Umwelt- und Sensordaten wie Sauerstoffgehalt, Temperatur und weitere Wasserparameter. Diese Daten zeigen, ob kritische Zustände frühzeitig erkannt und negative Ereignisse wie Fischsterben vermieden werden können. Ergänzend erfassen wir soziale Wirkung durch die Anzahl eingebundener Akteure, Workshops und Kooperationen sowie qualitative Rückmeldungen aus unserem regionalen Netzwerk. Die Ergebnisse nutzen wir, um das Projekt kontinuierlich weiterzuentwickeln, Maßnahmen anzupassen und unsere Wirkung transparent zu kommunizieren. Orientierung bieten uns dabei relevante Nachhaltigkeitsziele (SDGs), insbesondere im Bereich Wasser, Klima und Biodiversität.

© wilde-natur.org gGmbH

Elke Freimuth beim Wassersymposium

© wilde-natur.org gGmbH

Sonden werden von ehrenamtlichen Helfern (Angler, Wissenschaftler, Ingenieur) installiert

  • flunaKI ist sozial-innovativ, weil wir Gewässerschutz neu denken: datenbasiert, offen und gemeinschaftlich. Statt teurer Einzelmessungen nutzen wir kostengünstige Open-Source-Sensorik und KI, um Flüsse kontinuierlich zu überwachen und frühzeitig vor kritischen Zuständen zu warnen. Das Besondere ist die Verbindung von Technologie, lokaler Praxis und Beteiligung: Daten werden nicht nur für Expert:innen erhoben, sondern verständlich aufbereitet und mit lokalen Akteuren wie Angelvereinen, Wasserverbänden und Kommunen genutzt. So entsteht ein lernendes System, das ökologische Wirkung erzielt und zugleich Verantwortungsübernahme und Kooperation vor Ort stärkt.

  • Am Pilotfluss Aue in Niedersachsen haben wir mehrere KI-gestützte Wassersonden installiert und ein funktionierendes Frühwarnsystem für Sauerstoffmangel aufgebaut. Es wurden kontinuierliche Echtzeitdaten erhoben und erstmals systematisch für lokale Entscheidungen genutzt. In Workshops und einem regionalen Wassersymposium haben wir über 40 Teilnehmende aus Angelvereinen, Wasserwirtschaft, Verwaltung und Naturschutz eingebunden. Daraus ist ein regionales Wassernetzwerk mit einer gemeinsamen Willenserklärung entstanden. flunaKI hat bundesweite Aufmerksamkeit erzeugt (u. a. dpa-Berichterstattung) und dient als übertragbares Modell für weitere Flüsse.

  • Am meisten geholfen haben uns starke lokale Partnerschaften und das Vertrauen der Menschen vor Ort. Die Zusammenarbeit mit Angelvereinen, Wasserverbänden, Wissenschaft und Kommunen hat unser Projekt fachlich verbessert und verankert. Ebenso wichtig war, klein zu starten, offen zu lernen und Technik konsequent an realen Problemen auszurichten.

  • Rückblickend hätten wir früher stärker in Kommunikation und Übersetzung investiert. Gute Technologie allein reicht nicht – entscheidend ist, sie verständlich zu machen und früh relevante Akteure mitzunehmen. Außerdem hätten wir uns früher klargemacht, wie wichtig Geduld und iterative Entwicklung bei sozial-ökologischen Innovationen sind.

  • Unsere größten Hürden liegen in der langfristigen Finanzierung und im hohen Koordinationsaufwand zwischen vielen Akteuren. Sozial-ökologische Innovationen brauchen Zeit, Vertrauen und kontinuierliche Pflege. Gleichzeitig ist es herausfordernd, komplexe ökologische Zusammenhänge so zu vermitteln, dass sie im Alltag von Verwaltung, Verbänden und Ehrenamtlichen handlungsleitend werden.

  • Unser nächstes Ziel ist es, flunaKI am Pilotfluss weiter zu stabilisieren und auf weitere Gewässer zu übertragen. Dafür wollen wir zusätzliche Sensorik installieren, die KI weiter trainieren und das regionale Wassernetzwerk stärken. Parallel entwickeln wir Bildungs- und Beteiligungsformate, um Wirkung und Skalierbarkeit zu erhöhen.

  • Für uns ist entscheidend, dass technologische Innovation im Umweltschutz immer mit Verantwortung, Offenheit und lokaler Einbindung verbunden wird. flunaKI versteht sich nicht als Produkt, sondern als gemeinschaftlicher Lernprozess – mit dem Ziel, Natur, Daten und Menschen wieder stärker miteinander zu verbinden.

HerausforderungStrategieWirkungHerausforderungStrategieWirkung

Wirkungslogik

  • Viele Flüsse befinden sich in einem ökologisch kritischen Zustand, ohne dass Probleme wie Sauerstoffmangel oder Überhitzung frühzeitig erkannt werden. Fehlende kontinuierliche Daten und geringe Transparenz erschweren wirksamen Gewässerschutz und informierte Entscheidungen vor Ort.

  • Wir verbinden kostengünstige Open-Source-Sensorik mit KI-gestützter Datenanalyse, um Gewässer kontinuierlich zu überwachen. Die Ergebnisse werden in verständliche Warnungen und Handlungsempfehlungen übersetzt und gemeinsam mit lokalen Akteuren wie Kommunen, Verbänden und Ehrenamtlichen genutzt.

  • Wir wollen kritische Zustände in Flüssen frühzeitig verhindern, Fischsterben reduzieren und das lokale Wassermanagement verbessern. Langfristig soll ein übertragbares Modell entstehen, das ökologische Wirkung, Beteiligung und Verantwortungsübernahme für Gewässer stärkt.

Takeaways

  • Klein anfangen, offen bleiben, gemeinsam wirken

    Startet an einem konkreten Ort und löst ein reales Problem. Baut früh Partnerschaften auf und nehmt Menschen mit, die betroffen sind. Bleibt offen für Lernen und Anpassung – Wirkung entsteht durch Vertrauen.

Themen zum Vernetzen

KI im Gewässerschutz, Flussmonitoring, datenbasiertes Wassermanagement, Umweltbildung und Kooperationen mit Kommunen und Verbänden.