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Gemeinsam in Verbindung: Soziale Innovationen gegen Einsamkeit

13. August 2025

Was ist Einsamkeit?

Als Einsamkeit wird ein subjektives negatives Gefühl bezeichnet, das „aus einer wahrgenommenen negativen Diskrepanz zwischen gewünschten und vorhandenen Beziehungen resultiert“[1]. Einsam fühlt sich also, wer auf schmerzhafte Weise wahrnimmt, dass die vorhandenen sozialen Beziehungen nicht den eigenen Wünschen entsprechen. Das kann sich auf die Quantität und/oder Qualität der Beziehungen beziehen. Entweder weil man sich mehr soziale Verbindung(en) wünscht, oder die existierenden Beziehungen im Einzelnen die eigenen Bedürfnisse nicht weit genug erfüllen – zum Beispiel in Intimität, Vertrautheit, gemeinsamen Interessen.

Dabei lässt sich Einsamkeit unterscheiden vom Alleinsein und der sozialen Isolation

Alleinsein beschreibt zunächst schlicht den objektiven Zustand der physischen Abwesenheit anderer Menschen. Wie dieser Zustand subjektiv empfunden wird, spielt dabei keine Rolle. Möglich wäre durchaus, dass das Alleinsein an ein Gefühl der Einsamkeit gekoppelt ist. Genauso kann aber damit auch ein wichtiges Bedürfnis einhergehen, bei dem das Alleinsein als Ressource für Ruhe oder Zeit mit sich selbst (zum Beispiel zur Selbstreflexion) empfunden wird. Denkbar ist auch, dass das Alleinsein einen intendierten Modus der Verbundenheit mit sich selbst beschreibt und weniger auf die physische Abwesenheit anderer Menschen verweist. So ist das Szenario denkbar, in dem man sich unter Menschen aufhält, dort aber allein, also mich sich selbst ist – ohne sich dabei zwangsweise einsam zu fühlen. Beispielsweise wenn man zwar gemeinsam mit anderen Menschen physisch an einer Veranstaltung teilnimmt, ohne dabei aber in einer direkten sozialen Verbindung zu einer oder mehreren Personen zu stehen, die über den bloßen Moment hinausgeht.

Spricht man dagegen von sozialer Isolation ist damit die grundsätzliche Lebenssituation eines Menschen gemeint, der de facto wenige bis gar keine sozialen Kontakte hat und daher kaum bis gar nicht am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Wer soziale isoliert lebt ist also viel allein. Das kann zwar zu einer Einschränkung der psychischen Gesundheit führen, muss sie aber nicht. Menschen können in sozialer Isolation leben, ohne dabei das Gefühl eines Mangels zu erleben (zum Beispiel Gefühle von Einsamkeit). 

Dyaden: Soziale Innovation gegen Einsamkeit – Interview mit Prof. Dr. Tania Singer

Professorin Dr. Tania Singer ist soziale Neurowissenschaftlerin und Psychologin und weltweit für ihre Forschung über Empathie und Mitgefühl bekannt. Wir sprechen über ihre Forschung zu Einsamkeit auch während der Corona Pandemie und die positive Wirkung verschiedener mentaler Trainingsprogramme zur Steigerung von Resilienz, mentaler Gesundheit, sozialer Kompetenzen und Kohäsion sowie Stressreduktion.

Die Statistik

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamt von 2024 leben von den knapp 83 Mio. Menschen in Deutschland gut 20% in Einzelhaushalten, was wiederum 41,6% aller Haushalte ausmacht.[3] 
Zum Vergleich: 1991 waren es noch gut 32,8%.[4] Unter diesen ca. 20% von 2024 fühlen sich etwa ein Viertel häufig einsam, das sind fast 10% mehr als in der übrigen erwachsenen Bevölkerung  – dabei mag es wenig überraschen, dass gerade diese Bevölkerungsgruppe mehr von Einsamkeit betroffen ist, als Menschen, die in Gemeinschaft leben. 
Lange Zeit wurde Einsamkeit als ein Phänomen wahrgenommen, von dem vor allem ältere Menschen betroffen schienen. Einsamkeit ist allerdings ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und betrifft Millionen von Menschen weltweit – in Deutschland fühlt sich etwa jede sechste Person häufig einsam (16%).

Eine genauere Einordnung der Statistik der letzten Jahrzehnte sieht sich allerdings mit vielen Überschneidungen innerhalb der Bevölkerungsgruppen konfrontiert, so dass sich nur schwer eine kurze Zusammenfassung geben lässt.[5] Gegenmaßnahmen beziehen sich auf ganz verschiedene Aspekte von Einsamkeit und setzen dabei entweder präventiv oder reaktiv an, um eine Verbesserung herbeizuführen. Hervorzuheben ist allerdings, dass durch die Pandemie das Thema Einsamkeit nochmal an Relevanz zugenommen hat und mehr Aufmerksamkeit bekommt, wobei vor allem die Betroffenheit jüngerer Menschen im Fokus steht.

Zunächst hat die Einsamkeit während der Pandemie allgemein stark zugenommen. Das gilt einmal mehr, weil der Trend zuvor seit den 1990er-Jahren eher rückläufig war. Bis zur Pandemie zeigten die Zahlen klar, dass Personen über 75 Jahre am stärksten von Einsamkeit betroffen waren. Das hat sich seit der Covid-19-Pandemie umgekehrt, so dass laut dem Einsamkeitsbarometer des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 2024 immer noch mehr junge Menschen (31,8% zwischen 18 und 29 Jahren) von Einsamkeit betroffen waren als ältere Menschen über 75 Jahren (22,8%).

Beobachtet wird zudem, dass sich ab 2021 unter den älteren Menschen Einsamkeit zügig wieder normalisierte und an die Zahlen der Vorjahre anpasste. Jüngere Menschen sind dagegen anhaltender von Einsamkeit betroffen – 2021 noch immer 14,1%. Zum Vergleich: 2017 lag der Wert hier noch bei 8,6%. Laut einer Bertelsmann Studie vom März 2024 fühlen sich immer noch 46% der jungen Erwachsenen zwischen 16 – 30 Jahren moderat bis stark einsam. Seit der Pandemie besteht also nach wie vor eine erhöhte Belastung – und entsprechend ein hoher Handlungsbedarf.[6]

Gesundheit und gesellschaftliche Auswirkungen

Die Erfahrung von Einsamkeit steht in Verbindung mit körperlichen und psychischen Krankheiten. So kann chronische Einsamkeit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Es wird angenommen, dass sozial isolierte Personen eine schlechtere Lebensqualität haben. Dies kann grundsätzlich zur Schwächung des Immunsystems, Schlafstörungen und langfristig zu einem höheren Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfälle und Herzkrankheiten führen. Weiterhin ist Einsamkeit ein starker Risikofaktor für psychische Krankheitsbilder wie Depressionen und Angststörungen. Hier sind ältere Menschen besonders betroffen, da soziale Isolation zugleich mit fehlender Unterstützung durch Freund:innen oder Bekannte einhergeht. Einsamkeit gilt zudem als Risikofaktor für kognitive Beeinträchtigungen und Demenz. Auch erhöht Einsamkeit das Risiko für Suchtverhalten, da Menschen die sich isoliert fühlen, häufiger auf Alkohol oder andere Drogen zurückgreifen, um ihre negativen Gefühle zu betäuben.

Neben den körperlichen und psychischen Folgen von Einsamkeit zeigen sich zunehmend auch die gesellschaftlichen Folgen.

So verwies jüngst eine Studie der Bertelsmann Stiftung auf den Zusammenhang zwischen Einsamkeit und mangelnder politischer Teilhabe. Die Studie beobachtete, dass zwischen 63–76% der Befragten zwischen 16- bis 30-Jährigen, die sich stark einsam fühlen, unzufrieden mit der Demokratie in Deutschland seien und ihre Sorgen von der Politik nicht ernst genommen sehen.
Zum Vergleich: Das sind bis zu 21% mehr als bei denjenigen, die sich nicht einsam fühlen. Die Studie warnt an dieser Stelle klar davor, dass diese Bevölkerungsgruppen das Interesse an Politik gänzlich verlieren und anfälliger für populistische oder verschwörungstheoretische Meinungen werden könnten. Denn diese Ideologien präsentierten sich häufig als Lösung für die Bedürfnisse, die bei einsamen jungen Menschen unerfüllt sind: Zugehörigkeit und Verbindung, Sichtbarkeit und Selbstwirksamkeit.

Soziale Medien und Einsamkeit

Soziale Medien stehen in einem ambivalenten Verhältnis zur Einsamkeit: Sie können Verbindungen erleichtern – und zugleich Einsamkeitsgefühle verstärken.

Korrelative Studien zeigen bei jungen Erwachsenen Zusammenhänge zwischen intensiver Social-Media-Nutzung und wahrgenommener sozialer Isolation: In einer vielzitierten US-Studie von 2017 (American Journal of Preventive Medicine[7]) war höhere Nutzungsdauer bzw. -frequenz mit deutlich höherer Einsamkeit assoziiert. Andere Studien kommen zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Eine randomisierte Studie von 2018 (Journal of Social and Clinical Psychology[8]) zeigte, dass Studierende, die Social Media drei Wochen lang auf 30 Min pro Tag begrenzten, signifikante Rückgänge bei Einsamkeit und Depression verzeichneten.

Grundsätzlich wird der Unterschied zwischen passiver und aktiver Nutzung betont: passives Scrollen und Beobachten begünstigt soziale Vergleiche und Neid und steht konsistent mit schlechterem Wohlbefinden in Zusammenhang, während aktive, interaktive Nutzung durch Nachrichten und Kommentare neutral bis günstig wirken kann.[9] Eine medienwissenschaftliche Grunderkenntnis besagt, dass Medien zunächst stets im Rahmen ihrer formalen Konzeption neutral sind. Entsprechend entscheidet erst die Art der Nutzung über psychologische Folgen. Wie Professorin Dr. Tania Singer im Interview „Dyaden: Soziale Innovation gegen Einsamkeit“ ausführt, ist bei sozialen Interaktionen entscheidend, ob dabei auch eine reale empathische Verbindung fühlbar wird oder nicht. Geschieht dies nicht, stärkt dies eher Gefühle von Einsamkeit.

Wer ist von Einsamkeit betroffen?

Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind besonders von Einsamkeit betroffen. So verweist die Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit auf ein erhöhtes Risiko für das Erleben von Einsamkeit für:

  • Alleinerziehende
  • Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung
  • Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie andere Queere Menschen (LSBTIQ*)
  • Menschen mit Behinderungen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Schwerstkranke Menschen in der letzten Lebensphase und ihre Angehörigen
  • Pflegebedürftige und pflegende Angehörige[10]

Darüber hinaus haben Frauen tendenziell ein höheres Risiko von Einsamkeit betroffen zu sein. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Armut festgestellt werden kann. Dieser Zusammenhang ist auch ein Grund, warum ein erhöhtes Einsamkeitsrisiko für Menschen besteht, die sogenannte Care-Arbeit verrichten, sowie für Alleinerziehende. Frauen machen den größeren Anteil gegenüber Männern in beiden Gruppen aus.

Maßnahmen der Politik

Ende 2023 hat die Bundesregierung die Strategie gegen Einsamkeit verabschiedet. Die Kernmaßnahmen der Strategie verfolgen dabei 5 Ziele:

1) Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Da für viele Personen Einsamkeit mit Gefühlen von Scham verbunden ist, soll der gesellschaftliche Diskurs gestärkt und die Stigmatisierung des Themas abgebaut werden. Dazu dienen soll u.a. die an die britische „loneliness awareness week“ angelehnte jährliche Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“, Informationsveranstaltungen und Fachkonferenzen.

2) Wissen stärken. Bestehende Forschungslücken sollen geschlossen werden, beispielsweise durch ein langfristiges Monitoring von Einsamkeit, um Ausmaß, Verbreitung innerhalb bestimmter Risikogruppen und Wege zur Vorbeugung zu identifizieren.

3) Praxis stärken. Die Arbeit der Akteur:innen – Wohlfahrtsverbände, zivilgesellschaftliches Engagement, Soziale Arbeit –, die bereits in der Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit aktiv sind, soll gefördert und ihr praktisches Wissen weiter ausgebaut und angeschlossen werden. Hierbei stehen Förderprogramme und Vernetzung im Vordergrund.

4) Bereichsübergreifender Fokus. Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, soll sowohl der Austausch innerhalb der unterschiedlichen (Fach-)Disziplinen wie auch der zwischen Kommunen, Ländern und Bund gesteigert werden. Geprüft wir dazu derzeit eine bundesweite Koalition gegen Einsamkeit bestehend aus hochdiversen Akteur:innen.

5) Angebote ausbauen. Einsame Menschen erfahren oft Scham, Schüchternheit und eine Erosion des Vertrauens in andere Menschen. Um Menschen auf ihrem Weg aus der Einsamkeit zu unterstützen, sollen daher mehr Angebote für spezifische Zielgruppen und deren Bedürfnisse geschaffen werden.

Soziale Innovationen gegen Einsamkeit

Wer kennt es nicht, in vielen deutschen Supermärkten, besonders in Großstädten herrscht große Eile. Keine Zeit mehr für kleine Gespräche mit den Kassierer:innen. Viele gerade ältere Menschen, kennen noch das Prinzip des “Tante Emma Ladens” in dem es ganz normal war, einen kleinen Plausch zu führen. Nun wird diesem Wunsch wieder Raum gegeben. In ein paar deutschen Städten, aber vor allem in der Schweiz, den Niederlanden und Japan wurden sogenannte Plauder- oder Ratschkassen eingeführt. Hier ist Zeit für einen Plausch übers Wetter, die Gesundheit oder anderen Themen, während an den anderen Kassen schnell kassiert und weitergegangen werden kann.

Im öffentlichen Raum verhält es sich ähnlich. Es bleibt oft wenig Zeit zum Verweilen. Ausgezeichnete Plauderbänke laden nun wieder ein, was verloren schien. Das Quatschen und Vernetzen mit Fremden. Das sind nur zwei Beispiele wie Soziale Innovationen dabei unterstützen können, der Einsamkeit entgegenzuwirken. Nicht nur England hat seit 2018 ein Ministerium für Einsamkeit und entwickelt Strategien zu Unterstützung bei sozialer Isolation. Auch in Deutschland gibt es ein von der Regierung ins Leben gerufene Kompetenznetz Einsamkeit.

Um einen kleinen Einblick in die Bandbreite der Maßnahmen und Lösungansätzen aufzuzeigen, haben wir nachfolgend einige Projekte und Soziale Innovationen zusammengetragen, die auf je unterschiedliche Weise versuchen, Einsamkeit präventiv entgegenzuwirken oder Unterstützungsangebote für Betroffene zu schaffen.

Das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) ist Teil der Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit (BMFSFJ). Es verbindet Forschung, Netzwerkarbeit und Wissenstransfer und setzt sich umfassed mit dem Thema Einsamkeit auseinander. Sie ergründen die Gründe und Folgen von Einsamkeit und bündelt in einer sehr umfangreichen Angebotslandkarte Projekte/Initiativen und Anlaufstellen zu dem Thema. 

In Großbritannien gibt es seit 2018 ein eigenes Ministerium für Einsamkeit. Die Hauptaufgabe des Ministeriums besteht darin, die Regierung dabei zu unterstützen, Menschen aus der Isolation zu holen und soziale Kontakte zu fördern. Es befasst sich mit Einsamkeit als gesellschaftlichem Problem und nicht nur das älterer Menschen. Mithilfe des Ministeriums wurden bereits Maßnahmen ergriffen zur Bekämpfung von Einsamkeit. In Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Organisationen und Regierungsstellen wurden und werden Strategien zur Förderung von sozialer Teilhabe entwickelt. Ein wichtiges Element dabei ist die Bereitstellung von Geldern für Freiwilligenarbeit, Gemeinden und Organisationen auch um das Netzwerk weiter auszubauen. Entstanden ist dadurch auch das “Tackling Loneliness Network“. Ein cross-sektionaler Zusammenschluss von circa 70 Organisationen, die gemeinsam Gründe für Einsamkeit in verschiedenen Gruppen analysieren, um gezielt daran arbeiten zu können.  

Ziele der Arbeit sind der Abbau der Stigamisierung, nachhaltiger Wandel, Verbesserung der Forschungslage über das Thema Einsamkeit. Nachzulesen in ihrem jährlichen Report.

Social Prescribing ist ein ebenfalls in England etabiliertes Konzept, nachdem Ärzte:innen bei erkennbaren psychischen Belastungen, die auf soziale Isolation zurückzuführen sind, neben der medizinischen Verordnung, noch soziale Kontakte und Aktivitäten einschließen. Es werden also Aktivitäten verordnet um den Menschen aus der sozialen Isolation zu helfen, da erwiesener Weise auch viele körperliche Beschwerden darauf fußen können. Mittlerweile interessieren sich auch andere Länder für dieses Konzept. Mehr dazu im deutschen Ärzteblatt und im Monitor zur Versorgungsforschung. 

GemeinsamErleben ist eine digitale Freizeit-App mit mittlerweile schon über 1 Million Mitglieder. Hier können Freund:innen und Gleichgesinnte gefunden werden. Wer jemanden sucht für eine Aktivität, kann selbst eine Aktivität erstellen, an vorgeschlagenen Aktivitäten teilnehmen oder sich lokalen Gruppen anschließen. 

Die lebendige Bibliothek vernetzt Menschen über Bücher. Hier können Menschen neben klassischen Buchbesprechungen, andere Menschen mit ihren eigenen Lebensgeschichten und Erfahrungen kennenlernen. Das ermöglicht einen offenen Dialog zwischen Interessierten und öffnet den Raum für Gespräche, Begegnungen und Vielfalt. Die lebendige Bibliothek stellt einen Plattform dar für den Austausch verschiedener Lebensrealitäten. 

Der Zuhörraum ist aus einem DesignBulid-Projekt der Technischen Universität München entstanden. Finanziert durch Spenden. Der Raum ist klein, aus Holz gebaut und mit einer Espressomaschine ausgestattet. Hier wird kostenlos, werturteilsfrei, anonym und vertraulich zugehört von 40 Ehrenamtlichen Zuhörer:innen. Dabei wird Zeit, Wertschätzung und Gemeinsamkeit geschenkt, in der Zeit von Montag bis Freitag von 12-18h. 

Die ReConnect! Kurse basieren auf Prof. Dr. Tania Singers jahrzehntelanger psychologischer und sozial-neurowissenschaftlicher
Forschung über die Wirkung verschiedener mentaler Trainingsprogramme auf
Geist, Gehirn und Verhalten. Die mentalen Trainingsprogramme führen zur Steigerung von Resilienz, mentaler Gesundheit, sozialer Kompetenzen und Kohäsion sowie Stressreduktion und leisten damit einen wichtigen Beitrag um Umgang mit Einsamkeit. Mehr dazu im Interview mit Tania Singer: “Dyaden: Soziale Innovation gegen Einsamkeit“.

Quellenangaben

[1] Luhmann, Maike (2022): Definitionen und Formen der Einsamkeit. Hg. V. Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V./Kompetenznetz Einsamkeit (KNE Expertisen, 1). Online verfügbar unter https://kompetenznetz-einsamkeit.de/download/2882/, zuletzt zugegriffen 27.07.2025.

[2]  Vgl. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Tabellen/1-1-privathaushalte-haushaltsmitglieder.html?utm_source=chatgpt.com, zuletzt zugegriffen 1.07.2025.

[3]  Vgl. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Publikationen/Downloads-Haushalte/haushalte-familien-2010300217004.pdf?__blob=publicationFile&v=4, zuletzt zugegriffen 1.07.2025.

[5]  Für eine differenzierte Betrachtung beachten Sie bitte die Studien der Bertelsmann Stiftung und des Einsamkeitsbarometers wie bereits angegeben.

[6]  Vgl. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/junge-menschen-und-gesellschaft/projektnachrichten/wie-einsam-sind-junge-erwachsene-im-jahr-2024, zuletzt zugegriffen 3.07.2025.

[7]https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0749379717300168?utm_source=chatgpt.com, zuletzt zugegriffen 12.08.2025.

[8] https://penntoday.upenn.edu/news/social-media-use-increases-depression-and-loneliness?utm_source=chatgpt.com, zuletzt zugegriffen 13.08.2015.

[9] https://econtent.hogrefe.com/doi/epdf/10.1027/1864-1105/a000358?utm_source=chatgpt.com, zuletzt zugegriffen: 13.08.2025.

[10]  Vgl. Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit, S. 5. Verfügbar unter: https://www.bmfsfj.de/resource/blob/234584/9c0557454d1156026525fe67061e292e/2023-strategie-gegen-einsamkeit-data.pdf, zuletzt zugegriffen 3.07.2025.

© Ulrich Hartmann

Demian Göpfer (er/ihm)

Redakteur bei der SIGU-Plattform