Fotos vom Leben gUG (haftb)

Ich bin Isabel, Fotografin, Pflegefrau und Psychologische Beraterin. Ich habe Fotos vom Leben gegründet, um Portraits als wirksamen Baustein in der psychosozialen Begleitung einzusetzen. Wenn Krankheit Aussehen verändert, folgt daraus – gerade in Zeiten von Social Media- ein enormer Kontrollverlust. Dagegen möchte ich helfen: mit Fotografischer Therapiebegleitung und einer Weiterbildung für interessierte Fotograf:innen sowie der wissenschaftlichen Evaluation der Methode.

  • Organisationsform

    gUG (haftb)

  • Gründungsjahr

    2026

  • Themenfelder

    Bildung, Gesundheit, Inklusion von Menschen mit Behinderung, Soziale & globale Gerechtigkeit
  • Größe des Unternehmens / der Organisation

    Gründerin plus Netzwerk

  • Zielgruppe

    Personen mit aussehensverändernden Erkrankungen, Personen mit angeborenen optischen Abweichungen, Personen in der Transition, Weiterbildungsinteressierte Fotograf:innen

  • Ort

    Mainz, Darmstadt, Rhein-Main-Neckar-Region

  • Finanzierungsform/Förderung

    gemeinnützige Unternehmenssgesellschaft, aber auch Zweckbetrieb (u.a. Ausbildung Fotografischer Therapiebegleiter:innen, Selbstzahler:innen), Erhalt von Fördermitteln, Stiftungszuwenudngen (aktuell Zukunftsstiftung Mensch und Gesellschaft), Spenden

  • Wirkungsraum

    Bundesweit
  • Wirkungsmanagement

    IOOI-Methode, Theory of Change
  • Für uns bedeutet Wirkungsmessung und -management (IMM):

    Nach einschlägigen Erfahrungen im Start Up-Kosmos, der mir immer wieder spiegelte, es ginge darum vor allem die Interessen von Investoren und die (finanzielle) Skalierbarkeit zu befriedigen, lernte ich den Bereich des Sozialunternehmertums kennen und konnte mich dort sofort 100% besser platzieren und wiederfinden. Der Grund war eben die Wirkungsmessung- dies zu lernen und zu übertragen war der Gamechanger für Fotos vom Leben. Es bedeutet für mich, meine Arbeit einordnen und vermitteln, Prozesse und Ziele festlegen zu können- ein Schritt, der das Unternehmen enorm weitergetragen hat.

© ©Isabel Jasnau

Gründerin Isabel im Fotostudio

© ©Isabel Jasnau

Das bin ich- Isabel!

© © Isabel Jasnau

IOOI-Wirkungslogik/ mit Canva gestaltet

  • Fotografie in einem therapeutischen Kontext einzusetzen- genauer: Portraits von Menschen, welche aussehenensverändert (durch Krankheit, Unfälle, … ) sind- gibt es bisher nicht. Die Kunsttherapie verwendet Malerei, Tanz und bildende Kunst, die Psychologie z.b. die Spiegeltherapie- aber der Ansatz, den Fotos vom Leben verfolgt, ist ein Novum. In Zeiten von enormen Druck durch Social Media bekommt dies zunehmend Bedeutung. Es ist eine Brücke zwischen Patient:in und Behandler:in im therapeutischen Gespräch. Die Weiterbildung interessierter Fotograf:innen und Therapeut:innen in Fotografischer Therapiebegleitung soll ausserdem ein für Betroffene gut zugängliches Netzwerk erschaffen, um weite Wege zu umgehen.

  • Zusammenarbeit mit Hochschule im Bereich Gesundheitspsychologie (erste B.Sc.-Arbeit wurde geschrieben, Vorträge in Vorlesungen gegeben), Gründung des Sozialunternehmens, Erhalt einer Stiftungszuwendung für eine Wanderausstellung, um das Thema in Fachkreisen bekannter zu machen, Zusammenarbeit mit Psychoonkologin, Pilotprojekt steht in den Startlöchern, mit dem Ziel wissenschaftlicher Evaluation der Methode, Erhalt eines Teilstipendiums zum Studium Pflege B.Sc., Aufbau Marketing mit Website, Instagram, LinkedIn, Feedback von Betroffenen

  • Meine Vision, die durch ein Shooting mit einer an Brustkrebs erkrankten Frau 2018 aus heiterem Himmel entstand, mein Netzwerk, die zahlreichen großartigen Unterstützungsmöglichkeiten, die dieses Land für Gründer:innen trotz aller Unkenrufe bereit hält, Offenheit völlig unvorbereiteter Fachleute, die heute zu Wegbegleitern geworden sind, die Erkenntnis, dass auf dem gesamten Weg nie eine Person, der ich von meinem Weg erzählt habe, auch nur eine Sekunde am Nutzen gezweifelt hat

  • Das Wissen um die Existenz des Sozialunternehmertums in Deutschland kam bei mir erst 2022- vier Jahre nachdem ich die Grundidee hatte. Mit diesem hätte ich vieles anders entschieden und aufgebaut!

  • Immer wieder die Finanzierung. Sowohl klassisch als Start Up, als auch als Sozialunternehmen mit zunehmend schwierigeren Voraussetzungen im Fundraising-Kosmos. Die Aufnahme in die GKV als Kassenleistung ist ein Ziel, aber auch eine enorme Hürde. Und auch, dass aktuell Themen wie Klimawandel und KI enorm im Mittelpunkt stehen- hier sehe ich aber auch einen großen Vorteil: mit Skills wie Pflege und Portraitfotografie haben ich eine Ausbildung, die erst einmal schwer von KI ersetzt werden kann.

  • Ausreichende finanzielle Mittel aufbauen, die Methode wissenschaftlich weiter evaluieren, die Ausbildung der Fotografischen Therapiebegleiter:innen auf den Weg bringen (und skalieren).

  • Vielleicht noch dies: FTB versteht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Therapien, sondern als fehlender Baustein. Ich glaube, dass Innovation im Gesundheitswesen nicht immer bedeutet, etwas völlig Neues zu erfinden. Mein Gedanke ist viel mehr, zwei bestehende Wirkungskreise so miteinander zu verbinden, dass etwas in die Welt kommt, das vorher niemand gesehen hat. Genau das will ich mit der Verbindung von Fotografie, psychosozialer Begleitung und wissenschaftlicher Evaluation erreichen.

HerausforderungStrategieWirkungHerausforderungStrategieWirkung

Wirkungslogik

  • Menschen mit aussehensverändernden Erkrankungen erleben häufig Scham, Identitätsverlust und sozialen Rückzug. Die psychosozialen Folgen des veränderten Erscheinungsbildes werden im Gesundheitssystem bislang nur selten gezielt berücksichtigt.

  • Pflegefachwissen, fotografische Expertise, psychosoziale Kompetenz, wissenschaftliche Begleitung, Kooperationen mit Kliniken, Therapeut:innen und Selbsthilfegruppen sowie Fördermittel und ehrenamtliches Engagement. Einsatz der Fotografische Therapiebegleitung, Weiterbildung der FT-Begleiter:innen.

  • Betroffene entwickeln ein positiveres Körperbild, stärken Selbstwirksamkeit und Krankheitsakzeptanz, gewinnen Sicherheit im Umgang mit ihrer veränderten Erscheinung und nehmen wieder aktiver am sozialen Leben teil. Fotograf:innen erleben mit der Weiterbildung neuen Sinn in ihrer Arbeit.

Takeaways

  • Nicht aufgeben! Vernetzen! Türen öffnen!

    Wir sind angetreten, um etwas Gutes in die Welt zu bringen und haben ebenfalls Spaß am Unternehmertum. Beides lässt sich leichter verwirklichen, in dem wir starke Beziehungen aufbauen, um Hilfe bitten und voneinander lernen!

Ansprechpartner:in

Isabel Jasnau

Themen zum Vernetzen

Psychosoziale Gesundheit in Kombination mit Portraitfotografie, Selbstwirksamkeit, lebenslanges Lernen, gesellschaftliche Teilhabe, Netzwerken